Druckschrift 
3 (1863) GK - IML
Entstehung
Seite
269
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H C. Nr. 730 - 739. 269

756. Unbekannter Kupferstecher, dessen Lebenszeit das beige-r/T* \r' lil gte Datum bestimmt. Dieses Zeichen fand Börncr auff(T 16 44 e i Ilcm Blatte, welches zwei hohe Personen zu Pferd vor-stellt, wovon die eine das Bildniss des Königs Christian IV. von Däne-mark seyn dürfte. Die Figuren sind im Vorgrunde einer Landschaft.Im Mittelgrunde links sieht man eine Reiterschwadron, hinten einSchloss, und in weiter Ferne ein Schiff. Rechts im Mittelgrunde sindzwei Haufen Fussvolk, und in der Ferne wird eine befestigte Stadtsichtbar. H. !i Z. 9 L. Br. 8 Z. 10 L.

757. Hans von Culmbach nennt Schlickeysen (Erklärung der Ab-kürzungen auf Münzen &c. S. 133) einen Stempelschneider,welcher um 1323 in Nürnberg gelebt hat. Darunter müsste

nun der bekannte Maler verstanden werden, welchen wir oben No. 73 1unter einem anderen Monogramme eingeführt haben. Ell Gepräge mitdem gegebenen Zeichen nennt Schlickeysen nicht, er gibt aber daserste Zeichen als jenes eines Stempelschneidere. In der kgl. Kunst-kammer zu Berlin ist ein geschnitztes Medaillon mit einem weiblichenProfilnortrait und der Jahrzahl 1523, und oberwärts mit einem H ver-sehen. Auf der Rückseite ist ein durch die Landschaft hiniprengenderCentaur dargestellt, welcher eine grosse Blums hält, und mit einemStabe in der Rechten darauf hindeutet. Darüber steht wiederum dieJahrzahl 1523, und unterwärts ein schräges Täfelchen mit dem zweitenZeichen. Das Relief auf beiden Seiten ist äusserst Bach, und nur aufdas Hervorheben der Umrisse berechnet. Die Zeichnung ist nicht ohneGeist, die technische Behandlung aber sehr unsicher, so dass man dieArbeit nur als den Versuch eines Künstlers, der in der Plastik keineUebung hatte, betrachten kann. Dieses Medaillon beschreibt Kugler(die k. Kunstkammer in Berlin S. 80), und fragt, ob mau nicht allen-falls an Hans von Culmbach, den Schüler A. Dürer's, denken könnte.Das ovale Medaillon zeigt nämlich eine ziemlich nahe Verwandtschaftzu dem Style Dürer's, und Hans von Culmbach bediente sich bekannt-lich auch zu Gemälden der Zeichnungen jenes Meisters. Wir möchtenaber doch glauben, dass sich Hans von Culmbach mit solchen Arbeitenohne höheren Kunstwerth nicht abgegeben habe. Und wenn sich einebessere Medaille mit dem von Schlickeysen gegebenen Zeichen in Erzfindet, dann ist von Hans von Culmbach noch weniger die Rede.

758. Carl August Helmsauer kommt schon im ersten BandeT/P 1 rJoß ^°" '^'^ vor » un ^ daher handeln wir hier nur über die

rXL Ou-v Blätter, auf welchen man dieses Zeichen findet. Eine Ra-dirung enthält drei Bäume in Mitte einer öden Landschaft. Höhe(i Z. 9 L. Breite 8 Z. 1 L. Dann kommt dieses Zeichen auch aufeiner Lithographie vor. Dieses Blatt stellt in Copie nach HeinrichGoltzius Venus und Amor vor, Oval 4.

759. Hioronymus Cock, Maler, Kupferstecher und Verleger, geb.■r/~ _ -, zu Antwerpen um 1310, gest. zn Rom 1370, warl\J &xcu,o(A>äP. einer der ersten holländischen Meister, welche sichdurch die Kupferstecherkunst einen Namen erworben haben. Doch hatman ihm auch Blätter beigelegt, welche dem Hans Collaert und demHermann Coblent angehören, wie wir No. 702 bemerkt haben. Die ge-nannten Künstler traten erst nach dem Tode des II. Cock auf, undarbeiteten mit dem Grabstichel, während unser Künstler sich der Nadelbediente, und meist Landschaften mit historischer und mythologischerStaffage radirte. Wir müssen hier darauf eingehen, um den Kreisseiner Thätigkcit zu bezeichnen. Von ihm selbst geistreich radirt: