196 HAF-HAG. Nr. 617 — 621.
Auf der Hofbibliothek zu München ist ein Exemplar ohne Text, letz-terer kann aber in den Ausgaben A und B derselbe seyn.
B. Ein aigentliche vnd \ grundtliche anweyfung, in die geome- \tria, fonderlich aber, wie alle Regulier- | te, vnd'Vnregulirle Cor-pora , in den I grundt gelegt, vnd in das Perspectiv \ gebracht,auch mit jren Linien \ aufzogen sollen werden. || Durch AugustinHirschuogel, einenn liebha- \ ber der freyen kunst, auffs gelrew-lichst, vnd \ mit der kurU am tag gegeben. Im jar \ der geburtChristi I.W3. Mit 32 Blättern Text 'a—h, und den Holzschnittenauf 19 Blättern: geometria etc. 4.
C. Geometria. \ das \ pvch Geometria ist mein namen I alfreye kunst avs mir zvm ersten kamen. \ Ich pring etc. Die Aus-gabe mit diesem in der Orthographie abweichenden Titel ist gegen-seitige Copie ohne Text. Die Eule auf dem Titel steht rechts, unddrei, nicht zwei Vögel fliegen heran.
617. H. Abbe, Zeichner und Maler, wird von Brulliot I. No. 337T\ Tp /_. unter diesem Zeichen eingeführt. Der bekannte
J[ 1 V 1 ''£'//• Kunstsammler J. Hazard besass Zeichnungenmit diesem Monogramme, welche er dem H. Abb6 zuschrieb. Wirhaben das Zeichen HA No. 59.'> auf Kupferstichen nach diesem Künstlergefunden, und verweisen im Weiteren auf die angeführte Stelle.
618. Augustin Hirsvogel, der oben No. 616 erwähnte Meister, isthöchst wahrscheinlich der Verfertiger der mit diesen
A
WA " Initialen versehenen Zeichnungen im k. Cabinct zu/\ ■ München. Sie geben Muster zu Vasen, Schalen undZierstücken für Goldschmiede. Hirsvogel hat solche Gefässe, Schmuck-sachen und Ornamente in Kupfer radirt, und somit werden auch dieZeichnungen von ihm herrühren, obgleich sie nicht so fein behandeltsind, als die in Kupfer radirten Blätter.
619. Unbekannter Haler, welcher zu Anfang des 16. Jahrhundertsc in Deutschland thätig war. Im k. Kupferstichcabinet
H'-r- j- zu München ist eine sehr schöne Zeichnung, welche,^AC r fein mit der Feder umrissen und in Bister ausge-/\ 1 tuscht, die Madonna im faltenreichen Gewände vor-stellt, wie sie sitzend dem Kinde die Brust reicht. Ueber ihrem Kopfehalten zwei Engel die Krone, und unten in der Mitte stehen die ge-gebenen Initialen, welche man auf Augustin Hirsvogel deuten will,wofür aber kein Grund vorhanden ist, da der Verfertiger dieser Zeich-nung älter ist, als Hirsvogel. Unser Meister war zu Anfang des16. Jahrhunderts thätig, könnte aber auch noch weiter hinaufreichen,denn er steht nach seiner Kunstrichtung zwischen Martin Schön undMichael Wohlgemuth. Es handelt sich wahrscheinlich um Hans Fassner,welcher zwischen HF ebenfalls ein figürliches Zeichen setzt.
620. Unbekannter Glasmaler, welcher in der zweiten Hälfte des
tat 16. Jahrhundorts thätig war. In der Heinlein'schen Samm-
I— aV-I hing zu Nürnberg ist ein Glasgemälde mit diesem Zeichen.
J/Cl \L Es stellt Pharao's Traum von den Aehren und den fetten
und magern Kühen vor, bräunlich getuscht mit Gelb.
621. Der anbekannte Formschneider, welcher sich dieses ZeichensT~l\ C* bedient haben soll, wird von Brulliot I. No. 419b. nach
J~T\ \S . einer handschriftlichen Notiz eingeführt. Dieser Schrift-steller fand kein Blatt mit dem gegebenen Zeichen vor, und wir müssendasselbe gestehen.