Druckschrift 
3 (1863) GK - IML
Entstehung
Seite
176
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176 H. Nr. 568 - 570.

568. Unbekannter Formschneider, dessen Thätigkeit sich in pol-_.^v_^ nischcn Chroniken und Bibeln verfolgen lässt. Es

\ h 1 ^K\Ü~\ ^ rä S t SIC ^ a ^ er > °b er e ' n •P°^ c von Geburt gewesen,V b/ ' \ H-r\ oder ob er nicht vielmehr von Krakau aus inl^ h ^ Deutschland Aufträge erbalten hat. Der Bibliothekar

, (\ ' v Muczkowski fand vor mehreren Jahren in einem

cJ "= ==0Ea - Winkel des Universitätsgebäudes zu Krakau eine

grosse Anzahl von Holzstöcken, welche aus der Zeit des Königs Sig-mund I. (1407— 1548), und des Königs Sigmund August (1548 — 1572)stammen, und zu Büchern benutzt wurden. Solche Werke wurden da-mals in Polen und im Auslande gedruckt, und es ist daher schwer zusagen, wo der Künstler gelebt hat. Die aufgefundenen HolzplattenHess der erwähnte Bibliothekar 184!) abdrucken, und darunter sindNo. 127, 131, 138, 143, 147, 151 und 152 solche unsers Meisters h.Die Blätter enthalten biblische Vorstellungen, und waren vielleichtzu der von Sigmund August veranstalteten Biblia Leopoldi bestimmt.

569. Der unbekannte Xylograph mit diesem Zeichen wurde früherllieronymus Hölzel und auch Ilicronymus Keschgenannt, und in neuerer Zeit wollte man ihn mitdem folgenden Meister identificiren. Letzterer warum 1504 in Cöln thätig, der Verfertiget des Blattesmit dem Fische muss aber gegen Endo des 15. Jahr-hunderts gelebt haben, und es könnte der Fisch eine Anspielung aufseinen Namen seyn. Brulliot II. No. 2844 vermuthet daher einen HansFisch oder P'ischcr, wir lassen es aber bei dieser Vcrmuthung. Merlo(Kunst und Künstler in Cöln &c. S. 547) nimmt ihn entschieden fürCöln in Anspruch, hat aber keinen anderen Grund, als die nicht aufAutopsie gegründete Meinung, dass der Meister mit dem Fisch mitdem folgenden Künstler Eine Person sei. Wir halten ihn für viel älter,da Zeichnung und Schnitt nicht für den Cölner stimmen. Die Compo-sition ist von einem altdeutschen Meister, aber nicht originell. DerEngel Gabriel ist z. B. einem Bilde oder einer Zeichnung des MartinSchongauer entnommen. Im Uebrigcn erinnert der Holzschnitt anWohlgemuth, und auch die Behandlung hat einige Aehnlichkcit mitden ersteren Blättern der Chronik von Hartmaun Schedol, wie mitjenem der Erschaffung der Eva &c.

Das Blatt mit dem Zeichen des Fisches stellt die heil. Jungfraumit dem Kinde in halber Figur zwischen St. Rochus und St. Sebastianam Baume vor. Sie sitzt im faltenreichen Gewand« in der unterenAbtheilung, oben rechts steht der Engel Gabriel mit dem umwundenenScepter, und links Maria. In der Mitte von beiden erscheint GottVater in Wolken , wie er die Taube als Symbol des heil. Geistes aus-strahlet. Das Zeichen ist unten in der Mitte, und im Rande sind dieNamen der Heiligen Rochus und Sebastian beigefügt. II. 14 Z. 2 L.Br. 10 Z. 2 L.

570. Unbekannter Formschneider, welcher um 1504 in Cöln oder„ t ^~ ,, in Frankfurt a. M. gelebt hat. Merlo nimmt ihn ent-

JZ),y)/jO schieden für Cöln in Anspruch, weil in Druckwerkene ~i)Ä'% von Johann Quentel und Johann Birckmann Blätter von

Citri P ihm vorkommen. Allein er arbeitete auch für die im

Jahre 1504 bei Sigmund Fcyerabend in Frankfurt erschienene Bibel.Gleichzeitig ist die Prachtbibel von Ilicronymus Emscr, welche beiJ. Quentel's Erben und Gerwin Calenius in Cöln erschien. Letzterehat Holzschnitte nach Zeichnungen von Virgil Solis, erstere solche