174 H. Nr. 361 - S63.
Heiland deutet. Dieses Gemälde ist mit dem obigen Buchstaben ge-zeichnet. Auf Fritz Herlein kann man es nicht deuten, eher aufJcsso Herlein.
Herder von Groningen wird von C. van Mander unter diebessten Künstler in der zweiten Hälfte des 10. Jahrhun-dorts gezählt. Er arbeitete einige Zeit in Rom, und späterin Groningen, wo er 1009 starb. Dieser Meister maltehistorische und allegorische Bilder. Ein solches befandsich in der fürstlich Wallerstcin'schen Sammlung, und ist. mit dem gegebenen Zeichen versehen. Das Bild ist in derWeise des C. van Mander behandelt.
562. Carl Friedrich Holzmann, Maler und Hadircr von Dresden(1740 — 1811), ist im zweiten Bande unter CH No. 129eingeführt. Dieser Künstler hinterlicss ein Werk in Hell-dunkel nach Zeichnungen von C. W. E. Dietrich. Er ra-dirte die Vorstellungen in Kupfer, und überdruckte danndie Kupferplatte mit mehreren Holzplatten. Als Versuchbetrachten wir die von Brulliot II. No. 1149 erwähnte, roh
und nachlässig behandelte Radirung mit dem ersten Buchstaben undder Jahrzahl 1780 in Doppclliuicn darunter. Dieses Blatt stellt einenGreis im weiten Mantel vor, welcher links auf einer hölzernen Banksitzt, und nach rechts gewandt in dem auf seinen Knieen liegendenBuche liest. Im Grunde ist Landschaft einradirt, und rechts am Steinebemerkt man den ersten Buchstaben mit der Jahrzahl 17110. Höhe8 Z. 7 L. Breite 0 Z.
Von demselben Meister ist auch das radirte Blatt mit dem zweitenBuchstaben. Es stellt einen Greis mit dünbehaartem Scheitel vor, wieer beim Kerzenlicht im Buche liest. Von dem mit einem Mantel be-deckten Obertheile der Figur sieht man wenig. Das Buch liegt aufeinem mit Moos bewachsenen Fclsstücke, oder einem Eidhügcl. DerBuchstabe h ist links im Hintergründe, tnd unten bemerkt man un-deutlich von der Jahrzahl 17 . . IL 2 Z. 7 L. Br. 1 Z. II L.
563. unbekannter Meister, welcher um 1480 in Oberdeutschland
■J thätig war, wahrscheinlich in Ulm, wo die Familie Herlein zum
\\ Ruhme der Kunst wirkte. Der Buchstabe h dürfte sich auf
) einen Meister dieses Namens bezichen, vielleicht auf Laux
Hcrlcin, da der Kupferstich mit demselben auf die schwäbische Schuledeutet. Dieses Blatt stellt eine stehende Heilige in weitem Mantel mitKönigskrone und Palme vor. Sic hält in der Rechten eine grosseZange aufwärts, und mit dieser anscheinlich eine abgeschnittene weib-liche Brust. Die Heilige steht in einer tempelartigen gothischen Nische,oben mit einfachem gedrückten Bogen. Der Boden ist leicht schattirt,der Grund aber weiss. Figur und Architektur sind gut gezeichnet,und verrathen jedenfalls eine malcrisshe Hand. Die Gewaudmotivesind sehr schön, und die Falten mit engen Linien schraffirt. DerWurf ist nicht knitterich, wie er bei anderen Meistern gegen Ende desU>. Jahrhunderts vorkommt. Rechts oben neben der Spitze der Nischebemerkt man das Zeichen. Höhe der Platte 2 Z. 9 L. Br. 1 Z. HL.
Dieses sehr seltene Blatt blieb dem Verfasser des Peintre-graveurunbekannt, und wir fanden es auch ausserdem nicht erwähnt. EinExemplar bewahrt die k. Hof- und Staatsbibliothek zu München. Eswar im Deckel eines Incunabel eingeklebt.