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haben künntc. In den Kirchenrechnungen von St. Moriz zu Augsburgerscheint Holbein von 1U02 — l!!OS, im Jahre 1802 zugleich mit denBildschnitzern Gregor Erhard und Adolph Dawher. Erhard domieilirtedamals in Kaisersheim, so wie Holbein, was aus der KaisersheimerChronik erhellet. Das von Thomas Burgkmair im Jahre 1400 angelegte,und dann von anderen bis 1548 fortgesetzte Ilandwerksbuch der Augs-burger Künstler kennt nur einen einzigen Hans Holbein. Der angeb-liche Hans Holbein von 148!) wäre der Zeitgenosse des Th. Burgkmairgewesen, und letzterer erfreute sich eines so ungewöhnlich hohen Al-ters (f 1823), dass er ihn nicht übergehen konnte, wenn je der soge-nannte Grossvater des berühmten Hans Holbein in Augsburg gelebthätte. Im Handwerkslmclic ist ein Maler Hans Holbein unter den imJahre 1524 verschiedenen Meistern eingetragen, und dieser ist unserKünstler, der Vater des jüngeren Hans Holbein. Der Sage nach wurdeer nach Basel berufen, um das i!i08 daselbst im Bau begriffene llath-haus auszuschmücken. Das Jahr seiner Ankunft in Basel ist nicht be-kannt, wir können aber annehmen, dass er 1512 bereits in dieser Stadtlebte. Im Museum daselbst sind 55 grosse Ilandzcichnungen von demälteren Holbein, welche wahrscheinlich aus der Zeit seines dortigenAufenthaltes stammen. Mit ihm kamen auch seine Söhne Hans undAmbrosius nach Basel. Von erstcrem sind zwei Zeichnungen von 1511tim Museum vorbanden, das Bildniss des Bernhard Meyer von Basel,und drei Nachtwächter im Schweizcrkostünie. Hans Holbein, der Vater,war also um 1511t sicher in Basel thätig, doch nicht als I3ürgcr, daer 151(5 als solcher wieder in Augsburg vorkommt. Man dürfte daherauf einen zweimaligen Aufenthalt in Basel schliessen, indem der Künstlernach 1810 in Augsburg nicht mehr urkundlich vorkommt. AmbrosiusHolbein trat vielleicht die Rückreise nach der Vaterstadt gar nichtmehr an, indem er 1517 im rothen Buche der Zunft zum Himmel inBasel als zünftiger Meister erscheint. Auch ein Haus Holbein ist unterdem Jahre 1820 im rothen Buche eingetragen, wahrscheinlich II. Hol-bein der Vater, und nicht dessen gleichnamiger Sohn, welcher 1520noch ein Jüngling war. Der Vater scheint nach Vollendung seinerArbeiten, gegen 1524, wieder nach Augsburg zurückgekehrt zu seyn,da er in diesem Jahre daselbst starb. Nach einer anderen Angabe sollindessen der Künstler 1520 in Basel gestorben seyn, sie verdient aberweniger Berücksichtigung, als das Ilandwerksbuch der Stadt Augsburg.Die Malereien am llathhause zu Basel sind längst verschwunden. ImMuseum daselbst ist eine Vorstellung des heil. Abendmahles, und derGeisslung Christi aus der letzten Zeit seines Aufenthaltes in Basel.Hans Holbein der Vater hat wahrscheinlich auch den linsler Todten-tanz gemalt, und zwar mit zeichnender Beihülfe seines Sohnes Hans.Wir haben darüber unter G. 8. No. :t(!5 gehandelt, da die G. S. ge-zeichneten Holzschnitte den Todtonliuiz noch ziemlich in der allenIlolbein'schcn Korm vcrsiunlichen dürften. Im Weiteren vergleiche denangezogenen Artikel. Von dem alten II. Holbein sind höchst wahr-scheinlich auch die in Basel vorhandenen l'assiousbildcr, welche demII. Holbehl jun. zugeschrieben werden. Die zehn im Museum daselbst,vorhandenen ausgetuschten Entwürfe deuten ganz auf die Art desVaters. Hans, Sigmund und Ambrosius Holbein könnten indessen Theilgenommen haben.
Hans Holbein der Vater binterliess 6ÜW ziemliche Anzahl vonMalwerkcn, welche zwar nicht alle von gleicher Vollkommenheit sind,im grossen Theile aber beweisen, dass der ältere Holbein zu Anfangdes l(i. Jahrhunderts nicht nur der vorzüglichste Meister der Augs-burg'schen Schule, sondern von ganz Deutschland war. In den Gallcrien