Druckschrift 
3 (1863) GK - IML
Entstehung
Seite
156
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156 H. Nr. S04.

Register der Bremer Hemling nicht vor, sondern nur ein RathsherrJohann Hemling von 1304 — 1410, welcher 1395 auch „Buntester derkerken to Bremen" genannt wird. Der nun Hans Memling statt Hem-ling genannte Maler ist und bleibt ein Deutscher, und er wird daherHans der Deutsche, oder geradeweg Meister Hans genannt. SeinenGeschlechtsnamcn fanden C. Carton (Les trois fröres van Eyck, JeanHemling etc. Brügges tfitßj, und Graf Leo de Laborde 1. c. in denBurgundischen Archiven nicht vor. Er heisst immer nur Meesler Hans.Unter dem Jahre 1499 wird er bei Laborde Feu maislre Hans genannt.Der Künstler starb also in diesem Jahre oder kurz zuvor.

Wenn wir nun den deutschen Ursprung des Meisters Hans, dermit seinem Familiennamen Hemling geheisson haben dürfte, verthei-digen, so müssen wir uns zum Ersatz für Flandern um einen Jon. Mem-meling umsehen, und dieser ist auch gefunden. E. de la Coste schriebein Werk über die Reise des Anselme Adornes nach Palästina unterdem Titel: Anselme Adorne etc. Bruxelles 105t). Seite 312 sprichter von dem Bildnisse der Agnes Adornes, der Enkelin des Anselm,welches 1499 Jan van Memmelinghe gemalt hat. Das Bildniss ist abernicht mehr vorhanden, und es steht auch in Frage, ob der Name desKünstlers darauf gesetzt war. Dieser Jan van Memmelinghe scheintüberhaupt nur aus der noch nicht sicheren Lesart Memling entstandenzu seyn. Wir würden unbedingt so lesen, wenn der Buchstabe H mitdem Striche zwischen den Schenkeln nicht auch in dem Worte IOHAN-NES vorkäme, und im Worte HEMLING derselbe Buchstabe conse-quenter Weise zweimal gezeichnet wäre. Es ist aber nicht einzusehen,warum der Künstler in seinem Familiennamen am Anfange das aller-dings für M zu nehmende H, und in der Mitte das gewöhnliche Mgebraucht haben soll. Es schreiben dessswegen gerade auch hollän-dische Autoritäten Hemling, und warum sollen wir den deutschenHemling in einen holländischen Memling verwandeln? Sicher ist, dassder dem H ähnelnde Buchstabe, welchen wir oben in Facsimile geben,in den meisten Fällen die Stolle des M vertritt, unerklärlich ist esaber, dass der Künstler im Geschlechtsnamen mit der Form der Buch-staben wechselt. Eine Correktur fand mit dem Geschlechtsnamen nichtstatt, dieser ist es aber gerade, welcher auch in neuester Zeit Autori-täten zur Beibehaltung des Namens Hemling bestimmt hat. Und den-noch kann man diese Lesart nur dann retten, wenn man annehmenwill, dass dem Künstler der Unterschied zwischen // mit dem Mittel-striche und dem gewöhnlichen // unbekannt geblieben ist, so dass eres im Tauf- und Geschlechtsnamcn gegen die Regeln der Orthographieanwandte. Und man möchte wirklich glauben, er habe nur H im Sinnegehabt, indem er sonst im Worte HEMLING nicht gewechselt hätte.C. v. Mander konnte ihn mit einiger Lizenz wohl Mcmmclinck nennen,da ihm die Bilder in Brügge wohl bekannt waren. Auch der anonymeReisende des Moreili nannte ihn desswegen Memelingo, da ihm In-schriften vor Augen gekommen seyn mussten, in welchen das M diefragliche Form hat.

504. Unbekannter deutscher Maler, welcher um 1550 — 1565

/ j thätig war. Man findet Zeichnungen biblischen und allegorischen/77 Inhalts, meist reiche Compositionen in guten Federumrissen. Nurauf wenigen kommt aber das Zeichen vor. Wir vermuthen darunterI H, nicht M, wie im vorhergehenden Artikel. Darunter deutete wahr-scheinlich Jakob Hieboler seinen Namen an, ein wenig bekannterMeister. Er malte den Todtentanz in der Freibergischen Kapelle beiSt. Magnus in Füssen, in der Weise, wie der Baseler Todtentanzdurch die Holzschnitte des Meisters GS bekannt ist.