32 GL. Nr. 98 — 100.
98. Unbekannter Formschneider, welcher um 1!>01> in Wittenberg(~~> ,_L thätig war. Er gehört der Schule des jüngeren Lukasv-L/ /L-J Cranach an , und ist wahrscheinlich mit dem Meisteroc^3<«* jL C E oder G E I. No. 2487 Eine Person. Das gegebeneMonogramm scheint aus den Buchstaben G L F zu bestehen, der letzteBuchstabe fiel aber undeutlich an. Man findet dieses Zeichen aufHolzschnitten in der Erklärung der Propheten von Johannes Draconites,Vitebergae 1565, fol. Diesem Werke ist das Bildnias des J. Draconitesbeigegeben, und die übrigen Blätter stellen die Anbetung der Hirten,die Himmelfahrt Christi, Salomon auf dem Throne, die Erscheinungdes hl. Geistes, und den Einzug Christi in Jerusalem vor. LetzteresBlatt trägt das gegebene Zeichen, und namentlich aus der 4 mit demKreuze ist zu schliessen, dass unser Monogrammist mit dem MeisterI. No. 2487 Eine Person ist. Urulliot I. No. Ilit2(:t) gibt das Mono-gramm ungenau, reiht es aber richtiger I. No. 1309 ein. Er fügt dieJahrzahl i502 bei, und bemerkt, dass man es auf verschiedenen Titel-einfassungen finde. Von dem sogenannten Gottfried Leigel kann keineRede seyn. Das zweite Zeichen deutet den Namen des Johann Teufelan, über welchen wir unter dem Monogramme / T handeln.
99. Unbekannter Maler, welcher um 1524 in Deutschland gelebt/^"V haben soll. So behauptet Heller, Monogr.-Lex. S. 186, gibt(tt aber keinen weiteren Anhaltspunkt. Er schreibt dasselbeM-J- Zeichen auch dem Leonhard Galter oder Gaulticr zu, es j
J—J • kommt aber auf Kupferstichen dieses Meisters viel kleinervor. Von einem Gemälde mit einem aolchen Monogramme haben wirkeine Kunde. Die Zeit entspricht jener des Gottfried Leigel, überwelchen wir No. 93 gehandelt haben.
100. Gerhard de Lairesse, Historienmaler und Radircr, geb. zuLüttich 1040, gest. zu Amsterdam 1711, gehört zuden namhaftesten Künstlern seiner Zeit. Man nenntihn den niederländischen Poussin, indem er der
(17 Ay ff I Ri c h tun g jenes Meisters sich anzuschliesscn strebte,T^ ,(T Wil aber ohne dessen Strenge erreichen zu können. Inden Gemäldesammlungen findet man mehrere Belege hiefür, dagegenaber auch wieder Bilder von preziöserer Anordnung, welche augen-scheinlich unter französischem Einflüsse entstanden sind. Es istdieses aber auch mit anderen niederländischen Historienmalern aus derspäteren Zeit des 17. Jahrhunderts der Fall, so dass Lairesse in dieserRichtung nicht einzeln steht. Seine Gemälde sind zahlreich, undmehrere wurden in Kupfer gestochen und lithographirt. Auf Gemäldenfindet man eines der drei Zeichen der ersten Reihe, zuweilen zwischenund über der Jahrzahl. Aehnliche Monogramme, und theils auch dieübrigen Zeichen, kommen auch auf den eigenhändigen Radirungen deflKünstlers vor. Diese Blätter sind zahlreich, indem sie sich auf circa2;>0 belaufen. Lairesse hielt mit breiter Nadel, aber nicht ohne Ge-schmack, seine zufälligen Entwürfe fest, radirtc aber auch mehrereCompositionen, welche er in Farben ausgeführt hatte. Uebrigens rubrennicht alle radirten Blätter mit den gegebenen Zeichen von der Hau«des Meisters her. Man muss die Copien unterscheiden, und dann dieBlätter nach Zeichnungen desselben, welche von anderen Künstlernausgeführt wurden. Mit den Kupferstichen kann man nicht in Zweifelgerathen, indem Lairesse den Grabstichel nicht geführt hat. Es liegtdemnach eine Zeichnung oder ein Gemälde zu Grunde , auf welchen»sich irgend ein Monogramm vorfand. Diess ist z. B. mit dem Blätteben
&