achtet mich nicht! Mein Geist ist standhaft, aber dieseAngst ist in meinem Leibe.
Pierleoni: Es ist nichts. Trinkt diesen guten Bechergriechischen Weins. — Ich habe Euer Magnifizenz sooft gebeten, stch wieder zu Bette zu legen!
Lorenzo: Wenn Ihr wollt, daß ich atmen kann, solaßt mich im Stuhle. Ich muß euch um mich sehen, dieihr mich liebt. Ich muß euere Stimmen hören. DerTod ist gräßlich, Pico! Du kannst ihn nicht begreifen.Niemand begreift ihn hier, als ich, der sterben muß. Ichhabe das Leben so sehr geliebt, daß ich den Tod noch fürden Triumph des Lebens hielt. Das war Poesie undÜberschuß... Es ist aus damit, es versagt! Soebenhat sich die Vernichtung vor mir aufgetan, die schauder-volle Modergruft der Vernichtung ... Rasch, Ficino,rasch, mein alter, weiser Ficino! Was lehrtest du mich,um den Tod mit Kraft zu ertragen? Ich habe es ver-gessen. Was ist die äußerste Wahrheit, Ficino?!
Ficino: Ich lehrte dich, daß die Idee des Plato unddie Urgestalt des Aristoteles ein und dasselbe sind, näm-lich die sensitive Seele, die cercla ezsenriL der Körper,welche sich im Menschen, dem Mikrokosmos derSchöpfung, von der intellektiven Seele dadurch unter-scheidet, daß sie...
Lorenzo: Halt, warte noch! Ich verwirre mich ...Ich begriff das einst; mag sein, ich fühlte es. Abernun ringe ich vergebens danach, es zu fühlen. Ich bin