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Der Kleine Herr Friedemann : Novellen
Entstehung
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Mein Vater sagte: — „Ich bin derMeinung, dass wir ihn demnächst ausder Schule entfernen und in ein grossangelegtes Geschäft in die Lehre thun.“

— „Oh,“ sagte meine Mutter ganz be-trübt und blickte auf. „Ein so begabtesKind!“

Mein Vater schwieg einen Augenblick,während er mit Sorgfalt eine Staubfaservon seinem Rocke blies. Dann hob erdie Achseln empor, breitete die Armeaus, indem er meiner Mutter beide Hand-flächen entgegenhielt und sagte:

— „Wenn Du annimmst, meine Liebe,dass zu der Thätigkeit eines Kaufmannskeinerlei Begabung gehört, so ist dieseAuffassung eine irrige. Andererseitsbringt es der Junge, wie ich zu meinemLeidwesen mehr und mehr erkennenmuss, auf der Schule schlechterdingszu nichts. Seine Begabung, von derDu sprichst, ist eine Art von Bajazzo-begabung, wobei ich mich beeile, hin-zuzufügen, dass ich dergleichen durch-aus nicht unterschätze. Er kann liebens-würdig sein, wenn er Lust hat, er ver-steht es, mit den Leuten umzugehen,sie zu amüsieren, ihnen zu schmeicheln,er hat das Bedürfnis, ihnen zu gefallenund Erfolge zu erzielen; mit derartigerVeranlagung hat bereits mancher sein

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