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Der Kleine Herr Friedemann : Novellen
Entstehung
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Wangen waren eingefallen, seine ge-röteten und dunkel umschatteten Augenzeigten einen unsäglich traurigenSchimmer, und es sah aus, als sei seineGestalt verkrüppelter als je. — Er trankviel Wein und richtete hie und da einpaar Worte an seine Nachbarin.

Frau von Rinnlingen hatte bei Tischenoch kein Wort mit Herrn Friedemanngewechselt; jetzt beugte sie sich einwenig vor und rief ihm zu:

„Ich habe Sie in diesen Tagen ver-geblich erwartet, Sie und Ihre Geige.“

Er sah sie einen Augenblick voll-kommen abwesend an, bevor er ant-wortete. Sie trug eine helle, leichteToilette, die ihren weissen Hals freiliess,und eine voll erblühte Marechal Niel-Rose war in ihrem leuchtenden Haarbefestigt, Ihre Wangen waren heuteAbend ein wenig gerötet, aber wie immerlagerten bläuliche Schatten in den Win-keln ihrer Augen.

Herr Friedemann blickte auf seinenTeller nieder und brachte irgend etwasals Antwort hervor, worauf er derGymnasialdirektorin die Frage beant-worten musste, ob er Beethoven liebe.In diesem Augenblick aber warf derOberstlieutenant, der ganz oben amTische sass, seiner Gattin einen Blickzu, schlug ans Glas und sagte: