Echo bitt' für die ganze Welt,
Dass Got auch ihn in Armen hält. Amen.”
Diesen Spruch hörte ich selbst von ihm mit grösster Rüh-rung, ohne dass er, glaube ich, meiner Gegenwart gewahr wurde.
- Was sagst du, fragte Adrian mich draussen, - zu diesertheologischen Spekulation? Er bittet gleich für die ganzeSchöpfung, ausdrücklich um selbst mit eingeschlossen zu sein.Sollte der Fromme eigentlich wissen, dass er sich selberdient, indem er für andere bittet? Die Uneigennützigkeitist doch aufgehoben, sobald man sich merkt, dass sie nütz-lich ist*
- So weit hast du recht, erwiderte ich. - Er wendet dieSache aber doch ins Uneigennützige, indem er nicht für sichselbst nur bitten mag, sondern es für uns alle tut.
- Ja, für uns alle, sagte Adrian leise.
- Übrigens sprechen wir von ihm, fuhr ich fort, - alshätte er selbst sich diese Dinge ausgedacht. Hast du ihn jegefragt, woher er sie hat? Von seinem Vater oder von wem?
Die Antwort war:
- 0 nein, ich ziehe es vor, die Frage auf sich beruhenzu lassen und nehme an, er wüsste mir keinen Bescheid.
Es schien, die Schweigestill'sehen Frauen hielten es eben-so. Auch sie haben, meines Wissens, niemals das Kind ge-fragt, wie es zu seinen Abendsprüchlein gekommen sei. Vonihnen habe ich diejenigen, die ich nicht selber von fernemit angehört. Ich liess sie mir von ihnen sagen zu einerZeit, als Nepomuk Schneidewein nicht mehr unter uns weilte.
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