Besuch an, sobald der nur irgend erträglich und zur Zerstreu-ung willkommen sein würde. Bald denn auch einmal, in Tagender Besserung, durfte er kommen, legte die gewinnendste Freudeüber das Wiedersehen an den Tag und redete Adrian zu Beginnseines Besuches zweimal mit Du an, um sich erst beim drittenMal, da jener nun einmal nicht darauf einging, zu verbessernund es beim Vornatoen mit dem "Sie” sein Bewenden haben zu las-sen. Gewissermassen zum Trost und experimentierender Weisenannte auch Adrian ihn gelegentlich mit Vornamen, wenn nichtin der traulich verkleinerten, bei Schwerdtfeger allgemein
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üblichen Form, so doch in der vollen, also Rudolf, kam abergleich wieder davon ab. Übrigens beglückwünschte er ihnzu schönen Erfolgen, die dem Geiger letzthin zuteil geworden-Er hatte in Nürnberg ein eigenes Ronzeft gegeben und nament-lich durch eine vorzügliche Wiedergabe der Partita in E-durvon Bach (für Violine allein) bei Publikum und Presse Aufse-hen erregt. Die Folge davon war sein Auftreten als Solistbei einem der Münchener Akademie-Konzerte im Odeon gewesen,wobei seine saubere, süsse und technisch perfekte Tartini-Interpretation ausserordentlich gefallen hatte. Seinen klei-'nen Ton nahm man in den Kauf. Er hatte musikalische fundauch persönliche) Entschädigungen dafür zu bieten. Sein Auf-steigen zum Posten des Konzertmeisters im Zapfenstös&er-Or-chester, dessen bisheriger Inhaber zurücktrat, um sich nurnoch dem Unterricht zu widmen, war trotz seiner Jugend -und er sah noch bedeutend jünger aus. als er war, ja, merk-würdiger Weise sogar jünger als zur Zeit meiner ersten Be-kanntschaft mit ihm - dieser Aufstieg war nunmehr eine ausge-machte Sache.
Bei alldem zeigte Rudolf sich bedrückt durch gewisse Um-stände seines Privatlebens, - durch seine Liaison mit InesInstitoris, über die er sich unter vier Augen mit Adrian ver-trauensvoll ausliess. Übrigens ist "unter vier Augen" nicht
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