stört. Das fiel weit eher in den Aufgabenkreis derer, diebehaupteten, uns vor ihm zu schützen. Fehlte denn viel, dassihrer Lust, das Geistige zu zertreten - einer Lust, die dersogenannten Pöbelherrschaft durchaus ferne liegt - auch dasWerk des Helden dieser Blätter, Adrian Leverkühns, zum Op-fer gefallen wäre? Hätte nicht ihr Sieg und die historischeVollmacht, diese 'Welt nach ihrem scheusslichen Gutdünken ein-zurichten, sein Werk um Leben und Unsterblichkeit gebracht?
Vor sechsundzwanzig Jahren war es der Widerwille gegendie selbstgerechte Tugend-Suada des Rhetor-Bourgeois und"Sohnes der Revolution", der sich in meinem Herzen als stär-ker erwies, denn die Furcht vor Unordnung und mich wünschenliess, was jener eben nicht wünschte: die Anlehnung meinesgeschlagenen Landes an seinen Bruder im Leide, an Russland, -wobei ich bereit war, die sozialen Umwälzungen in Kauf zunehmen, ja gutzuheissen, die sich aus solcher Genossenschaftergeben würden. Die russische Revolution erschütterte mich,und die historische Überlegenheit ihrer Prinzipien über die-jenigen der Mächte, die uns den Fuss auf den Nacken setzten,litt in meinen Augen keinen Zweifel.
Seither hat die Geschichte mich gelehrt, unsere Besiegervon damals, die es nächstens im Bunde mit der Revolution desOstens wieder sein werden, mit anderen Augen zu betrachten.
Es ist wahr: gewisse Schichten der bürgerlichen Demokratieschienen und scheinen heute reif für das, was ich die Herr-schaft des Abschaums nannte, - willig zum Bündnis damit* umihre Privilegien zu fristen. Dennoch sind ihr Führer er-standen, welche, nicht anders als ich, der Sohn des Humanis-mus, in dieser Herrschaft das Letzte sahen, was der Mensch-heit auferlegt werden konnte und durfte, und ihre Welt zumKampf auf Leben und Tod dagegen bewogen. Nicht genug ist dasdiesen Männern zu danken, und es beweist, dass die Demokra-tie der Westländer, bei aller Überholtheit ihrer Instituti-
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