tesse, mit der sie seinem Hauswesen Vorstand, seine Empfängevorbereitete, war schon mehr leidende Pedanterie zu nennen -und das unter ökonomischen Umständen, die die Aufrechterhal-tung bürgerlicher Korrektheit von Jahr zu Jahr mehr erschwer-ten. Zu ihrer Hilfe bei der Betreuung der teuren und schö-nen Uohnung mit persischen Teppichen auf glänzenden Parkettshatte sie zwei wohlgezogene und comme il faut gekleideteDienstmädchen, mit Häubchen und gestärkten Schürzenbändern,von denen die Eine, das Zimmermädchen, Jungfemdienste beiihr versah. Nach dieser Sophie zu schellen, war ihre Lei-denschaft. Sie tat es immerfort, um des Genusses herrschaft-licher Bedienung willen und um sich des Schutzes, der Pflegezu versichern, die sie durch ihre Heirat erkauft. Sophiewar es auch, die ihr die Unzahl von Koffern und Köfferchenzu packen hatte, welche sie mit sich nahm, wenn sie mit In-stitoris aufs Land, nach Tegernsee oder Berchtesgaden, reiste,selbst wenn es nur auf einige Tage geschah. Diese Berge vonGepäck, mit denen sie sich bei jedem kleinsten Ausflug ausihrem Sorgfaltsnest beschwerte, waren mir ebenfalls ein Sym-bol ihres Schutzbedürfnisses und ihrer Lebensängstlichkeit.
Von der vor jedem Stäubchen bewahrten Acht-Zimmer-v/ohnungin der Prinzregentenstrasse muss ich noch sprechen. Sie war,mit ihren beiden Salons, von denen der eine, traulicher ein-gerichtet, als tägliches Uohngemach diente, ihrem geräumigenSpeisezimmer in geschnitzter Eiche, dem Herren- und Rauch-zimmer in seiner Leder-Bequemlichkeit, dem ehelichen Schlaf-zimmer, über dessen Lagerstättenpaar aus gelb poliertemBirnbaumholz Andeutungen von Betthimmeln schwebten, und aufdessen Damen-Toilettentisch sich die blitzenden Flacons, diesilbernen Utensilien genau der Grösse nach reihten, - siewar, sage ich, das noch einige Jahre in die auflösende Zeithineindauernde Musterbild eines Heims deutschen Kultur-Bürger-tums, - nicht zuletzt vermöge der "guten Bücher", die man
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