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Doktor Faustus : das Leben des deutschen Tonsetzers Adrian Leverkühn, erzählt von einem Freunde
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Infektion verdient hatte*

Soviel im voraus. Rüdigers Beurteilung des Krieges wardurch sein bewunderungsvolles Verhältnis zu England bestimmt,wie diejenige Jeanettens durch ihr französisch Blut. Diebritische Kriegserklärung war ihm entscheidend in die Gliedergefahren und stimmte ihn ausserordentlich grämlich. Hie hät-te man sie nach seiner Meinung durch den vertragswidrigenEinmarsch in Belgien herausfordem dürfen, Frankreich undRussland - gut, man mochte es allenfalls mit ihnen aufnehmen.Aber England! Es war ein furchtbarer Leichtsinn. So sah erdenn auch, einem verärgerten Realismus zugeneigt, im Kriegenichts als Dreck, Gestank, Amputationsgreuel, Sexual-Lizenzenund Verlausung und höhnte weidlich über den ideologischenPeuilletonismus, der den Unfug zur grossen Zeit verklärte.Adrian wehrte ihm nicht, und ich, wiewohl teilnehmend antieferer Rührung, räumte doch willig ein, dass in seinenÄusserungen ein Teil Wahrheit zu V/ orte kam.

Zu dritt assen wir im grossen Nike-Zimmer zu Abend, unddurch Clementine Schweigestills Ab- und Zugehen, die -uns freund-lich bediente, liess ich mich bestimmen, Adrian nach dem Er-gehen seiner Schwester Ursula in Langensalza zu fragen.

Ihre Ehe war die glücklichste, und gesundheitlich hatte siesich recht wohl von einer Lungenschwäche, einem leichtenSpitzenkatarrh erholt, den sie sich durch zwei rasch aufein-anderfolgende Kindbetten, 1911 und 1912 zugezogen hatte.

Es waren die Schneidewein'sehen Sprossen Rosa und Ezechiel,die damals das Licht erblickt hatten. Die Pause zwischendiesem Kinderpaar und dem anderen, das wiederum Jahr auf Jahr,1922 und 23, geboren wurde, sollte ein volles Jahrzehnt währen.Der nächste war der Knabe Raimund. Bis zum Erscheinen deszauberhaften Nepomuk waren, als wir damals beisammen sassen,noch neun Jahre,

Viel war während der Mahlzeit und nachher in der Abtsstube

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