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Doktor Faustus : das Leben des deutschen Tonsetzers Adrian Leverkühn, erzählt von einem Freunde
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de reden lassen solle.

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- Es war weiter nichts, sagte dieser. - Man ging hier vondem Gedanken aus, dass die Jugend ein näheres Verhältnis zurNatur habe, als der bürgerlich ausgereifte Mensch, - alsoetwa wie die Frau, der man ja auch, im Vergleich mit demMann, eine grössere Naturnähe nachsagt. Ich kann da abernicht folgen. Ich finde nicht, dass die Jugend mit der Naturauf besonders vertrautem Fusse steht. Viel eher verhält siesich scheu und spröde zu ihr, eigentlich fremd. An sein na-türliches Teil gewöhnt sich der Mensch erst mit den Jahrenund beruhigt sich langsam darüber. Gerade die Jugend, ichmeine die höher geartete Jugend, erschrickt vielmehr davor,verachtet es, stellt sich feindselig dazu, Was heisst Natur?Wald und Wiese? Berge, Bäume und See, landschaftliche Schön-heit? Dafür hat meiner Meinung nach die Jugend viel weni-ger Blick, als der ältere, beruhigte Mensch. Der junge ist zumSehen und zum Naturgenuss garnicht sehr aufgelegt. Er istnach innen gerichtet, geistig gestimmt, dem Sinnlichen abge-neigt, meiner Meinung nach.

- Quod demonstramus, sagte jemand, möglicherweise Dungers-heim, - wir Wanderer hier im Stroh, die wir morgen den Thü-ringer Wald hinaufziehen wollen, nach Eisenach und zur Wart-burg.

- Meiner Meinung nach, sagst du immer, warf ein andererein. - Du willst wohl sagen: meiner Erfahrung nach.

- Ihr werft mir vor, versetzte Adrian, ich spräche über dieJugend von oben herab und schlösse mich nicht ein. Nun aufeinmal soll ich mich ihr substituiert haben.

- Leverkühn, sagte Deutschlin darauf, - hat über die Ju-gend seine eigenen Gedanken, aber als eine spezifische Lebens-form, die als solche respektiert werden muss, betrachtet ersie offenbar auch, und das ist das Entscheidende. Gegen dieSelbsterörterung der Jugend sprach ich nur, insofern als sie

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