durch Geist und Bedenklichkeit. "Bedenklich” ist ein vortreff-liches Wort; ich habe ihm immer viel philologische Schätzungentgegengebracht. Es fordert zugleich zum Eingehen und zumVermeiden auf, jedenfalls zu einem sehr vorsichtigen Eingehen,und steht im Doppellicht des Bedenkeisverten und der Anrüchig-keit einer Sache - und eines Menschen.
Wir legten in unseren Gruss, wenn wir Schleppfussen auf derStrasse oder auf den Korridoren der Universität begegneten,die ganze Achtung, welche das hohe intellektuelle Niveauseiner Vorlesung uns Stunde für Stunde einflösste, aber nochtiefer, als wir, zog er dagegen den Hut und sagte: "Ihr ganzergebener Diener!"
XIV
Zahlenmystik ist nicht meine Sache, und immer nur mit Be-klemmung habe ich diese Neigung an Adrian, bei dem sie sich vonjeher still aber deutlich hervortat, wahrgenommen. Dass aberauf das vorige Kapitel gerade die allgemein mit Scheu betrach-tete und für unheilvoll geltende Ziffer 13 gefallen ist, hatdenn doch meinen unwillkürlichen Beifall, und fast bin ichversucht, es für mehr als Zufall zu halten. Um einen Zufallallerdings handelt es sich, vernünftig gesprochen, dennoch,und zwar weil im Grunde dieser ganze Komplex von HallenserUniversitätserfahrungen, so gut wie weiter oben die VorträgeKretzschmars, eine natürliche Einheit bildet, und weil ichnur aus Rücksicht auf den Leser, welcher immer nach Ruhepausen,Caesuren und Neubeginn ausschaut, in mehrere Kapitel aufge-teilt habe, was nach meiner, des Schriftstellers, wahrer Ge-wissensmeinung auf solche Gliederung gar keinen Anspruch hat.Ginge es also nach mir, so befänden wir uns immer noch im
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