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Der kleine Herr Friedemann
Entstehung
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die heiteren: auch die unerfüllten Wünsche, — dieSehnsucht. Er liebte sie um ihrer selbst willenund sagte sich, daß mir der Erfüllung das Bestevorbei sein würde. Ist das süße, schmerzliche, vageSehnen und Hoffen stiller Lrühlingsabende nichtgenußreicher als alle Erfüllungen, die der Sommerzu bringen vermöchte? — Ja, er war ein Epikuräer,der kleine Herr Friedemann!

Das wußten die Leute wohl nicht, die ihn aufder Straße mit jener mitleidig freundlichen Artbegrüßten, an die er von jeher gewöhnt war. Siewußten nicht, daß dieser unglückliche Rrüppel, derda mit seiner putzigen Wichtigkeit in Hellem Uber-zieher und blankem Zylinder—er war seltsamerweiseein wenig eitel — durch die Straßen marschierte,das Leben zärtlich liebte, das ihm sanft dahinsioß,ohne große Affekte, aber erfüllt von einem stillenund zarten Glück, das er sich zu schaffen wußte.

Hauptneigung aber des Herrn Lriedemann,seine eigentliche Leidenschaft war das Theater.Er besaß ein ungemein starkes dramatisches Emp-finden, und bei einer wuchtigen Bühnenwirkung,der Ratastrophe eines Trauerspiels, konnte seinganzer kleiner Rörper ins Zittern geraten. Er hatteaufdem ersten Range des Sradtthearers seinen be-stimmten Play, den er mit Regelmäßigkeit besuchte,und hin und wieder begleiteten ihn feine drei