ie Amme hat die Schuld.—Washalf es, daß, als der erste Ver-dacht entstand, Frau RonsulFriedemann ihr ernstlich zuredete, solches Laster zu unter-drücken? Was half es, daß sieihr außer dem nahrhaften Bierein Glas Rotwein täglich ver-abreichte? Es stellte sich plötzlich heraus, daß diesesMädchen sich herbeiließ, auch noch den Spirituszu trinken, der für den Rochapparac verwendetwerden sollte, und ehe Ersatz für sie eingetroffenwar, ehe man sie hatte fortfchicken können, war dasUnglück geschehen. Als die Murrer und ihre dreihalbwüchsigen Töchter eines Tages von einem Aus-gange zurückkehrten, lagderkleine,etwa einenMonatalte Johannes, vom Wickeltische gestürzt, mit einementsetzlich leisen wimmern am Boden, während dieAmme stumpfsinnig daneben stand.
Der Arzt, der mit einer behutsamen Festigkeit dieGlieder des gekrümmten und zuckenden kleinen We-sens prüfte, machte ein sehr, sehr ernstes Gesicht, diedreiTöchterstandenschluchzend in einemwinkel,undFrau Friedemann in ihrer Herzensangst betete laut.
Die arme Frau hatte es noch vor der Geburt desRindes erleben müssen, daß ihr Gatte, der nieder-ländische Ronftrl, von einer ebenso plötzlichen wieheftigen Rrankheit dahingerafft wurde, und sie warnoch zu gebrochen, um überhaupt der Hoffnung