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ursachte, hatten mit den Jahren zugenommen, undin aller Sanftmut und christlichen Bereitwilligkeitnahm Sesemi Weichbrodt an, daß ihre Abberufungnahe bevorstehe. Daher hielt sie auch seit mehrerenJahren schon jedes Weihnachtsfest für ihr letztesund suchte der Feier, die sie in ihren kleinen,fürchterlich überheizten Stuben veranstaltete, so vielGlanz zu verleihen, wie in ihren schwachen Kräftenstand. Da sie nicht viel zu kaufen vermochte, soverschenkte sie jedes Jahr einen neuen Teil ihrerbescheidenen Habseligkeiten und baute unter demBaume auf, was sie nur entbehren konnte: Nipp-sachen, Briefbeschwerer, Nadelkissen, Glasvasen undBruchstücke ihrer Bibliothek, alte Bücher in drolligenFormaten und Einbänden, das „Geheime Tagebuchvon einem Beobachter Seiner Selbst", Hebels Ale-mannische Gedichte, Krummachers Parabeln . . .Hanno besaß schon von ihr eine Ausgabe der „?6n-8668 ck6 LIAI86 ?a86a1", die so winzig war, daß mannicht ohne Vergrößerungsglas darin lesen konnte.
„Bischof" gab es in unüberwindlichen Mengenund die mit Ingwer bereiteten Braunen KuchenSesemis waren ungeheuer schmackhaft. Niemals aber,dank der bebenden Hingabe, mit der Fräulein Weich-brodt jedesmal ihr letztes Weihnachtsfest beging, —niemals verfloß dieser Abend, ohne daß eine Über-raschung, ein Malheur, irgend eine kleine Katastrophesich ereignet hätte, die die Gäste zum Lachen brachteund die stumme Leidenschaftlichkeit der Wirtin nocherhöhte. Eine Kanne mit Bischof stürzte und über-