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Die Weingartner Liederhandschrift in Nachbildung
Entstehung
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der „Bibliothek des Literarischen Vereins in Stuttgart" die ganze Hand-schrift mit farbiger Beigabe ihrer Bilder veröffentlicht hat, eine Aus-gabe, die heutzutage zu einer Seltenheit geworden ist. Vorher schonwaren verschiedene Stücke der Handschrift zu kritischen Textausgabeneinzelner Dichter des Mittelalters benutzt worden. Die- letzte Wande-rung, die das Liederbuch zu machen hatte, war der Übergang aus derKgl. Hofbibliothek, wie die Handbibliothek sich spater nannte;, in dieLandesbibliothek, wo das wertvolle Stück zunächst nur der sicheren Auf-bewahrung halber, später aber als volles Eigentum der neuen Bibliothekseine endgültige Heimat gefunden hat, als II. B. XIII. poet. germ. t.

Von seiner Geschichte verrät auch das Äußere des Buches noch manche; Be-

Spur. Einiges davon, wie der durch die Eintrüge beurkundete Besitzer- schreibnng.Wechsel, ist schon erwähnt. Den letzten Übergang nach Stuttgart in dieHandbibliothek, wo die; Handschrift die Signatur „Poet. germ. 1" erhielt,deutet der Einband an. wie; ihn auch andere Stücke der damals einver-leibten I landseh riftenbestände aufweisen: ein roter Maroquinband mitGoldpressung und Goldschnitt, auf dessen Bücken der Goldtitcl „Alt-teusches Liederbuch" aufgedruckt ist. Wahrscheinlich ist das wenig rück-sichtsvolle Beschneiden des Buchblocks, das zum Schaden des Buchesgeschehen ist, bei der Herstellung dieses Kinbands vorgefallen. Jeden-falls zeigen andere; Handschriften der früheren llofbibliotliek. z. B. derLanelgrafenpsaltcr, das gleiche; Verfahren. Allerdings berichtet Pfeiffer,daß das Buch schon vorher einen modernen Einband gehabt habe. Doch,ob es nun schon früher geschehen war oder erst dem Buchbinder derllofbibliotliek zur Last zu legen ist, die Tatsache bleibt auf alle Füllebestehen, daß das Buch einmal viel zu knapp beschnitten wurde, wo-durch manche, z. T. nicht unwichtige Stückchen wegfielen, so z. B. derRest des Wcingartner Besitzeintrags mit der Jahreszahl, die von spä-terer Hand angeschriebenen Dichterüberschriften, so auf S. 178, endlichdie an dem Rand vom Schreiber des Textes vorgeschriebenen Buch-staben für die; kleinen Initialen des Hubrikators. Da diese Initialenteilweise falsch ausgeführt wurden, bzw. Abweichungen vom Text derManesse-llandschrift ergaben, wäre es von Bedeutung gewesen, zu sehen,ob dies immer Schuld des Schreibers war, wie. in einzelnen Fällen, z. B.S. 25 und 158, zu ersehen ist, oder ob es auf den Ruhrikutor zurückgeht.Auch ist nach Pfeiffers Angabe; bei einer Kinbnnclherstellung einmal inden Bestand der Blätter selbst eingegriffen worden, indem in der letztenLage einige;, allerdings leer gebliebene. Blätter herausgenommen wurden,die zur Ausbesserung von kleinen Löchern in andern dienen mußten.Das Buch besitzt eine; wohl erst aus dem 1°% Jahrhundert stammende,bis 320 gehende- Seitenzählung mit kleinen, kaum sichtbaren Blcistift-zahlen oben in der äußeren Lcke l ), wobei das vorderste und das letzteBlatt unberücksichtigt blieben. Die Zählung überspringt jetzt aus demeben angegebenen Grund die Zahlen 307 und 508. "II bis 314 sowie 317und 318, wofür später mit Blei unter 3(W und 310, 315 und 315 sowie 319und 320 die fortlaufenden Zahlen 307—312 angeschrieben wurden. Mit m

diesen Blättern besteht die Handschrift aus H Pergamentlagen, jeden-falls ursprünglich durchaus Sextemien. Dazu sind dem Einband derllofbibliotliek vorn und hinten je 4 Papierblätter und ein braunesSchutzblatt beigegeben worden. Die 1. bis (>. Lage haben unten amSchluß eine alle Zählung in römischen Zahlen; von der siebten ab fehltsie. Die 6. Lage (Seite 121 — 138), die letzte- der gezählten, zeig! eineUnregelmäßigkeit, wie- schon die an Falzen hängenden Blätter andeuten;es fehlen ihr drei Blätter, was auch die Lücke; in den Liedern des Hili-bold von Schwangnu beweist. Auch die übernächste Lage (S. 1(>3—180),die eine Reihe von leeren Seiten hat, enthält nur 4 Doppelblätter. DieÄnderung, die an der letzten Lage erst später vorgenommen wurde, istschon oben erwähnt worden. Manchmal ist die Zusammengehörigkeit

1) In der Nachbildung nicht wiedergegeben; als Ersatz dafür sind dieZahlen unten auf den Seiten eingesetzt.